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Hauswirtschaft zu Urgroßmutters Zeiten

Projekt der Abteilung: Hauswirtschaft

Projektmanagement: Frau Annemarie Lohmann

Schuljahr: 2008/2009

Kontakt: Tel.: 08031/8006-0

Was macht man mit einem uralten Kochbuch, das beim Entrümpeln auf dem Dachboden gefunden wurde? Wegwerfen – viel zu schade!

Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich dieses kleine Büchlein zu einer wahren Besonderheit. Ein „Kochbuch für den praktischen Haushaltungsunterricht“ anno 1913. Wie wurden Mädchen und junge Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterrichtet?

Viele Unterrichtsfächer wurden in obiges Projekt eingebunden:

Im Fach Deutsch erlernten die Schüler die Frakturschrift, um das alte Buch überhaupt lesen zu können.

Sogar das Schreiben der alten Buchstaben wurde geübt.

Initialen in alter Schrift wurden mit Linolschnitt auf Papier gebannt.

Im Fach Sozialkunde beschäftigte die Schüler besonders die Rolle der Frau und Dienstmagd, wie z.B. die Erziehung & Betreuung der Kinder, denn Töchter aus reichem Elternhaus konnten oft die „Höhere Töchterschule“ besuchen.

Die Stundenverteilung auf die einzelnen Unterrichtsfächer zeigt im Vergleich zu heute kaum einen Unterschied.

Praxis und Theoriestunden waren eng verknüpft.

Theoretisch wurden die alten Küchengeräte und die Einrichtung der Küche aus längst vergangenen Zeiten besprochen; im fachpraktischen Unterricht besuchten die Schüler das Städtische Museum in Rosenheim, um dort eine Küche mit vielen Arbeitsgeräten aus der guten alten Zeit zu betrachten.

Wie sah der Tagesablauf einer Hausfrau damals aus? Welche Tätigkeiten mussten täglich durchgeführt werden? Wie wurden Materialien und Wäsche gereinigt, gepflegt und in Stand gehalten? Antworten auf diese Fragen gab es im Fach Raum- und Textilpflege.

Fr. Tremp von der Verbraucherzentrale Bayern begeisterte unsere angehenden Hauswirtschafterinnen mit einer interessanten Informationsveranstaltung. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. (www.verbraucherzentrale-bayern.de)

Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurden präsentiert.

Im Fach Textilarbeit gestalteten die Schüler kleine Kissen in den damals üblichen dekorativen Techniken. Anfang des 20. Jahrhunderts konnte man viele Dinge zur Verschönerung des Wohnumfeldes nicht kaufen, schöne Kissen wurden selber gemacht!

Ein Plakat über die vielfältigen Handarbeitstechniken wurde gestaltet.

Das Sticken als Möglichkeit der Verschönerung von Wohntextilien wurde geübt.

Selbst gemachte Kissen
Plakat über die vielfältigen Handarbeitstechniken
Sticken

Der Frauensport galt um die Jahrhundertwende als Gefahr für die Moral, die weibliche Schönheit und die Gesundheit. Erst später konnten sich Frauen in bestimmten Sportarten üben.

Das Kochen und Verkosten durfte natürlich nicht fehlen. Die Schülerinnen und Schüler stellten fest, dass die Gerichte von früher dem Geschmack von heute stand hielten. Es wurden die Speisen nach Originalrezept anno 1913 und aus der aktuellen Auflage des Bayerischen Kochbuches nachgekocht und gustatorisch verglichen und beurteilt.

Auch die Ernährungslehre durfte nicht fehlen! Die Zutaten wurden kritisch unter die Lupe genommen. Einige Desserts wurden aus sehr vielen Eiern hergestellt, was aus ernährungsphysiologischer Sicht heute nicht mehr gewünscht ist. Der Kaloriengehalt einiger Speisen war höher als in unserer Zeit.

Ein klassischer Schweinebraten mit Beilagen war zur damaligen Zeit deutlich teurer im Einkauf als heute.

Die klassische Spargelsuppe kam auf den Prüfstand und wurde verglichen.

Klassische Techniken des Haltbarmachens wie Einkochen, Einwecken und Entsaften sind auch in modernen Lehrplänen der Berufsschule enthalten. Das Präsentieren der Ergebnisse ist wichtiger Bestandteil des Unterrichts.

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